
Die fünftgrösste Stadt in Ungarn ist Pecs mit ca. 157.000 Einwohnern. Pecs ist Komitatssitz des Komitats Baranya und liegt in der Nähe der kroatischen Grenze.
Pecs ist Bischofssitz und Sitz der Universität Pécs sowie Zentrum der Donauschwaben und Heimat von ethnischen Minderheiten.
Pecs gilt als eine der schönsten Städte Ungarns, seine klimatisch begünstigte Lage am Fuße der Mecsek-Berge und die zahlreichen Baudenkmäler verleihen dem Ort eine ausgesprochen mediterrane Atmosphäre.
Am 19. Oktober 2005 gewann die Stadt Pecs
die nationale Vorausscheidung für den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2010“ und richtet nun,
neben Essen und Istanbul, dieses Kulturhauptstadtjahr aus.
An der Universität in Pecs hat man die Möglichkeit ein Studium der Humanmedizin und der Zahnmedizin in deutscher und englischer Sprache zu absolvieren.

Inhalt :
- Geschichte von Pecs
- Sehenswürdigkeitenin Pecs
- Wirtschaft und Verkehr
- Städtepartnerschaften von Pecs
- Sonstiges
- Veranstaltungen
- Architektur
- Bräuche
- Minderheiten
- Söhne und Töchter von der Stadt Pecs
Geschichte von Pecs
Pécs ist eine der ältesten Städte Ungarns und war bereits zu vorgeschichtlicher Zeit ein Siedlungsort. Zur Zeit der römischen Herrschaft war die Stadt unter dem Namen Sopianae bekannt. Seit dem dritten Jahrhundert ist Pécs eine bedeutende Stadt der Provinz Pannonien.
Später hieß sie (lat.) Quinque Ecclesiae („fünf Kirchen“), woraus sich ihr späterer deutscher Name Fünfkirchen herleitet. Der heutige Name der Stadt ist erstmals 1235 in einer Urkunde als Pechut (‘Pécser Weg’) aufgetaucht. 1290 wurde die Stadt in einer Urkunde Peech genannt. Die Bedeutung des Namens ist nicht klar, es gibt dazu mehrere Theorien.
1367 gründete König Ludwig der Große die erste ungarische Universität, zur damaligen Zeit eine der ältesten Universitäten Mitteleuropas. Das universitäre Leben ist rege und international anerkannt. Von 1543 bis 1686 stand Pécs unter türkischer Herrschaft. Viele Baudenkmäler sind gut erhalten und zwischenzeitlich renoviert worden.
Sehenswürdigkeiten in Pecs
- Bischofspalast
- Kathedrale (11. Jahrhundert, umgebaut im 19. Jahrhundert mit Ausmalungen des deutschen Malers Karl Christian Andreae)
- Bischofspalast
- Barbakán (Festungsturm)
- Nationaltheater (Nemzeti Színház) von Adolf Lang und Antal Steinhardt (eröffnet 1895)
- Moschee Gazi Khassim, zur christlichen Kirche umgebaut
- Zsolnay-Brunnen auf dem Hauptplatz (Széchenyi-tér), ein Prachtstück des Jugendstils mit der typischen Eosin-Glasur lokaler Majoliken
- Moschee des Paschas Jakowali Hassan, das am besten erhaltene islamische Bauwerk in Ungarn. Der Gebetsraum dient als Museum und zeigt türkische Geschichts- und Kunstgegenstände. Daneben steht ein 23 Meter hohes Minarett.
- Grabkapelle von Baba Idris
- Bad von Pascha Memi (Törökfürdő; türkisches Bad)
- Frühchristlicher Friedhof aus spätrömischer Zeit mit ausgemalten Grabkammern (Weltkulturerbe der UNESCO)
- Bedeutende Museen wie das Csontváry-Museum, das Vasarely-Museum, das Zsolnay-Museum und das römische Lapidarium
- Zahlreiche Denkmäler, malerische Plätze, südlich anmutende Innenhöfe und Straßencafés mit südlichem Flair
- Botanischer Garten der Universität Pécs (PTE)
- Postpalast
- Forschungsinstitut für Weinbau und Önologie (FVM Szőlészeti és Borászati Kutatóintézete Pécs) mit einer der größten Sammlungen der Welt an Wein- und Tafeltrauben (knapp 1.200 Sorten)

- Fernsehturm auf dem Berg Misina
- Kirche auf dem Berg Havihegy (Schneeberg)
- Ruinen auf dem Tettye
- Synagoge, erbaut 1869
- Tiergarten von Pecs
Wirtschaft und Verkehr
Pécs ist Zentrum einer Industrieregion (Kohle, Uran, Leder, Keramik, Bier und Zigaretten sowie Elektronik). Der Bergbau wurde inzwischen stillgelegt und befindet sich in Rekultivierung.
Ab 31. März 2010 ist Pécs über die M6 und M60 von Budapest erreichbar. Bis kurz hinter Dunaújváros ist die Autobahn M6 bereits fertiggestellt. Zwischen Pécs und Budapest liegen ca. 220 km (auf der Landstraße 192 km). Zeitlich sollte man jedoch mit über drei Stunden Fahrt rechnen. Der Plattensee ist ca. 110 km und die Grenze nach Kroatien ca. 35 km entfernt.
Darüber hinaus ist Pécs mit seinem Hauptbahnhof (Főpályaudvar) ein Eisenbahnknotenpunkt. Es bestehen regelmäßige Intercity-Verbindungen nach Budapest.
Der Flughafen im Vorort Pécs-Pogány hat ein Landerecht für Flugzeuge bis zu 40 Tonnen Gewicht.
Städtepartnerschaften von Pecs
- Lahti, Finnland, seit 1956
- Sliven, Bulgarien, seit 1969
- Osijek, Kroatien, seit 1973
- Kütahya, Türkei, seit 1981
- Fellbach, Deutschland, seit 1986
- Graz, Österreich, seit 1989
- Klausenburg, Rumänien, seit 1990
- United States Seattle, USA, seit 1991
- United States Tucson, Arizona, USA, seit 1992
- Terracina, Italien, seit 1996
- Frankreich, seit 1998
- Arad, Rumänien, seit 2008
- Sad, Serbien, seit 2009
Architektur in Pecs
- Die "Pécs Árkád" ist das größte Einkaufszentrum in Pécs. Das von ECE Projektmanagement errichtete Center wurde im März 2004 eröffnet bietet 130 internationale und regionale Geschäfte auf rund 35.000m² Verkaufsfläche.
- Das Magasház (ungar. „Hochhaus“) ist ein 84 Meter hohes Hochhaus mit 25 Stockwerken in Pécs. Es wurde 1974 errichtet und ist seit 1989 wegen mangelhafter Baustatik (Korrosion des Spannbetons) unbewohnt. 2006 wurde es verstärkt, jedoch ist es immer noch nicht bewohnt. Es gilt als das höchste unbenutzte Hochhaus in Mitteleuropa. Diese Tatsache verschaffte dem Hochhaus einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde.
- Der Architekturpreis "Brick Award" ging 2006 an die ungarischen Architekten Ferenc Csagoly und Ferenc Keller für einen in die historische Umgebung in Pécs integrierten Wohn- und Bürokomplex.
Bräuche von Pecs
Einen besonderen Brauch in der Stadt Pecs pflegen Liebes- und Hochzeitspaare, indem sie sich durch gemeinsames Anbringen von zwei Vorhängeschlössern in einer Straße nahe dem Dom gegenüber der Gedenktafel von János Berze Nagy ihre Treue versichern.
Minderheiten Die deutsche Minderheit in der Gegend um Pécs spricht Mundarten des Fuldaer Landes. Deutsche Auswanderer, welche dort in ca. zwanzig Dörfern lebten, kamen Ende des 18. Jahrhunderts nach Ungarn. Sie nennen sich selbst „Stiffolder“, was Stiftsfuldaer bedeutet, da ihre Vorfahren dem Hochstift Fulda entstammten.
In Pécs befindet sich das bisher einzige Roma-Gymnasium Ungarns, das Gandhi-Gymnasium, das 1994 den Lehrbetrieb aufnahm.
Berühmtheiten von Pecs
József Angster (1834–1918), Instrumentenbauer
- Marcel Breuer (1902–1981), Architekt und Designer
- Pál Dárdai (* 1976), Fußballspieler bei Hertha BSC
- Adolph Engel de Jánosi (1820–1903), ungarischer Großindustrieller
- Josef Engel de Jánosi (1851–1939), königlich-ungarischer Hofrat, Schriftsteller und Mäzen
- Leopold Fejér (1880–1959), ungarischer Mathematiker
- Fred Forbát (1897–1972), Architekt, Stadtplaner und Maler
- Zoltán Gera (* 1979), Fußballspieler bei FC Fulham
- Miklós Maros (* 1943), Komponist
- Ibolya Mehlmann (* 1981) Handballspielerin bei Aalborg DH
- Anton von Rosas (1791–1855), österreichischer Augenarzt
- Elisabeth Ruttkay (1926–2009), österreichische Archäologin
- Johann Schweiger, Schlossermeister, Erfinder des Durchsteckschlüssels in Berlin
- László Sólyom (* 1942), ungarischer Politiker, Präsident Ungarns
- Béla Tarr (* 1955), ungarischer Filmregisseur
- Attila Tököli (* 1976), ungarischer Fußballspieler
- Emerich Ullmann, (1861–1937), österreichischer Chirurg, erste Nierentransplantation (am Hund)
- Victor Vasarely (1908–1997), französischer Maler und Grafiker
- Vilmos Zsolnay (1828–1900), ungarischer Keramikkünstler und Großindustrieller